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«Mein Vater ging ins Zimmer und weinte»

Wie sagt man eigentlich den Jugo-Eltern, dass man schwul ist? Pascal ringt jahrelang mit sich selbst, bis er zu sich und seiner Sexualität stehen kann.

 

Pascal ist 19, als er sich outet. Dass er schwul ist, weiss er schon lange. «Ich merkte mit 12, dass ich Männer inter­essant fand», sagt er im Interview. Es habe jedoch sieben Jahre gedauert, bis er zu sich selbst und seiner Sexua­lität stehen konnte, so Pascal weiter. In dieser Zeit versucht er vor allem eins: Sein «Anderssein» zu verbergen. «Ich wurde zum schärfsten Beobachter von mir selbst», erzählt er. «Einmal fragte einer, wieso ich so schwul ‹Hallo!› sagen würde. Von da an versuchte ich, bei der Begrüssung so männlich und kurz angebunden wie möglich zu klingen.»

«Ich wurde zum grössten Beobachter von mir selbst.»

Vor allem Pascals Eltern tun sich zu Beginn schwer damit, seine Homose­xua­lität zu akzep­tieren. «Meine Mutter ist Serbin, mein Vater ist Kosovo-Albaner. Ihre Realität war eine ganz andere – sie dachten, ich würde eine Frau heiraten und Kinder kriegen.» Doch Pascal zeigt Geduld und versucht, Verständnis für seine Eltern aufzu­bringen: «Ich selbst hatte Jahre gebraucht, um mich zu akzep­tieren. Also war es nur fair, wenn ich auch meinen Eltern Zeit gab, mich so zu akzep­tieren, wie ich bin.» Heute habe die Familie ein Verhältnis «so gut wie noch nie», so Pascal.

 

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  1. Eine extrem authen­tische und ehrliche Schil­derung einer sehr intimen und wahrscheinlich schwie­rigen Lebensphase..Respekt und danke für die Offenheit! 🙂

  2. Gratu­liere für den Mut.

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