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Videoclip macht Frauen Mut, sich zu wehren

In ihrem Song «praktische Frau» nimmt sich die Belgrader Band S.A.R.S. dem Thema häusliche Gewalt an – und bietet im Videoclip eine Lektion in Sachen Selbstverteidigung.

«Frauen sind praktisch» sagt der neue Song der Belgrader Band S.A.R.S. Denn Frauen putzen, Frauen waschen, Frauen lächeln. Sie haben Zärtlichkeiten für den Mann, schlafen wenig und haben selten Kopfschmerzen.

Doch noch während man «Praktična žena» (praktische Frau) vor sich her summt, wird die Frau im Musikvideo plötzlich Opfer häuslicher Gewalt. Und dann wehrt sie sich. Und dann ist das Video plötzlich ein Crash-Kurs in Selbstverteidigung. Entstanden ist der Clip im Rahmen des Projekts #CrazyEnoughToChangeTheWorld.

«Wir wollten kein weiteres düsteres Video drehen, in dem die Opfer häuslicher Gewalt verängstigt und hilflos dargestellt werden», erklären die Macher des Videos Dušan Adamović und Marko Romčević gegenüber dem Newsportal visoko.co.ba. «Deshalb haben wir uns für einen Ansatz entschieden, der Frauen Mut macht und ihnen zeigt, dass sie sich bei einem Angriff wehren können.»

Auch die Berner WingTsun-Ausbilderin Regula Schembri denkt, dass das Video Frauen motivieren kann, sich bei Angriffen zu wehren und Tätlichkeiten nicht hinzunehmen. Um komplexe Situationen zu bewältigen, brauche es allerdings mehr als Standard-Techniken.

«Im Video werden zweimal harte Blocks erwähnt, die eine schwächere Person gegen einen stärkeren Angreifer kaum erfolgreich ausführen kann», so Schembri gegenüber baba news. Ausserdem drehe die Frau beim Weggehen dem Angreifer den Rücken zu und schaue nicht zurück, «so kann er sie von hinten packen – ein Risiko, das eine Frau in einer solchen Situation auf keinen Fall eingehen darf.» Schembri schlägt stattdessen vor, sich in Situationen wie dieser mit herumliegenden Gegenständen zu wehren und jede Gelegenheit zur Flucht zu ergreifen. Dies sei das effizienteste Mittel der Verteidigung.

Insbesondere im Fall von häuslicher Gewalt sei aber immer eine längere Vorgeschichte vorhanden, so Schembri weiter. Darin lasse sich die Frau in eine Opferrolle und meist auch in eine Abhängigkeit hineindrängen. «In solchen Fällen braucht es meist mehr als nur körperliche Verteidigungstechniken, um da wieder herauszufinden.»

Doch selbst wenn frau durch den Clip nicht zur Kampfmaschine mutiert – das Video macht deutlich, dass irgendwann genug «praktisch» ist, und dass Opfer von Gewalt sich zur Wehr setzen müssen!

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