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«Ich wünsche mir, dass Frauen füreinander einstehen»

Blumen zum internationalen Frauentag sind ganz nett, doch Stephanie, Xenja, Moo Malika und Aleksandra wünschen sich mehr.

Auch Merita Shabani (28) wünscht sich mehr Zusammenhalt unter den Frauen.

Wir haben oft das Gefühl, wir hätten hinsichtlich der Frauenrechte sehr viel erreicht. Doch ich finde, wir sind noch lange nicht dort, wo wir eigentlich sein sollten. Solange Frauen unterdrückt werden, nicht über ihren Körper bestimmen und frei sein können, als Menschen, sind wir nicht dort, wo wir sein sollten.

Ich finde auch, dass Frauen sich gegenseitig mehr pushen sollten. Ich denke, das ist ein «internes» Problem. Oft habe ich das Gefühl, dass viele Frauen einander den Erfolg nicht gönnen, mit einer Haltung à la Heidi Klum: «Es kann nur eine Germany’s Next Topmodel werden!» Nein. Es können mehrere Germany’s Next Topmodel werden. Es hat genug Platz für alle Frauen!

Nehmen wir die Diskussion mit der Lohngleichheit. In der Schweiz sitzen massenweise Frauen in den Personalabteilungen der Unternehmen. Mir kann doch niemand erzählen, dass die keine Einsicht in die Lohnpolitik haben und nicht wissen, wer wie viel verdient. Sie sehen ja, wie viel die Frauen und wie viel die Männer in einer Firma verdienen. Dass da keine den Mund aufmacht, regt mich total auf! Wo bleiben die ganzen HR-Frauen in der Diskussion?

«Dass da keine den Mund
aufmacht, regt mich total auf!»

Gleichberechtigung ist eine Aufgabe für Männer und Frauen. Setzt man sich für Frauen und ihre Rechte ein, wird man oft als Feministin abgestempelt. Doch ich bin der Meinung, wir alle sollten Feministen und Feministinnen sein. Für mich heisst Feminismus, dass man Frauen genau so respektiert wie Männer. Frauen sind Menschen. Es geht primär um Menschen.

Wir haben oft das Gefühl, dass wir sehr fortschrittlich sind. Doch wenn wir unser Umfeld und unser Familienleben näher betrachten, sehen wir, dass sich an den Rollenbildern nicht viel verändert hat. Nehmen wir zum Beispiel die Netflix-Serie «Tyding up with Marie Kondo». Dort hilft Marie Kondo in diversen Häusern beim Aufräumen mit. Da steht sie dann mit den Hausbewohnern in der Küche, alles versinkt im Chaos, und es ist stets die Frau, die sich zaghaft eingestehen muss: «Ich habe den Haushalt nicht im Griff!» Während der Mann daneben steht, mit der Haltung: «Sie hat den Haushalt nicht im Griff.» Es ist nie umgekehrt.

«Sie hat den Haushalt nicht im Griff – es ist nie umgekehrt»

Ich glaube, wenn wir wollen, dass sich Männer anders verhalten, müssen wir sie anders erziehen. Ich meine damit nicht, dass wir als Frauen unsere erwachsenen Männer erziehen sollen – wenn es so weit kommt, dann hast du als Frau echt verloren. Aber als Mutter und Vater, die dem Sohn beibringen, dass es nicht selbstverständlich ist, dass die Mutter alles hinterher räumt. Da muss ein Umdenken stattfinden. Ich denke, es wäre an der Zeit, dass das passiert.

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